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17.04.2013
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Wolf-Dieter Storl
www.storl.de
In Indien erfuhr ich, dass man Hunde nicht wecken soll, auch wenn sie mitten auf der Straße schlafen und den Verkehr behindern, denn sie träumen von den Göttern. Durch ihr starkes Träumen bringen sie uns die Götter und deren Segen näher.

Die Cheyenne Indianer, mit denen ich viel Zeit verbrachte, glauben etwas ähnliches. Sie sagen, die Hunde träumen von Fleisch. Und da sie starke Träumer sind werden ihre Träume wahr, und dann haben auch wir Indianer genügend Fleisch zu essen.

Aus dem Mahabharata-Epos: Bhima, der große Held, stirbt und kommt mit seinem Hund ans Himmelstor. Der Torwächter sagt, "Willkommen, großer Held, tritt ein. Aber dein Hund ist unrein, der muss draussen bleiben." Da sagt Bhima, "Das kann nicht der wirkliche Himmel sein, wo Hunde nicht erlaubt sind!" Als er sich umkehrt um zu gehen, sagt der Torwächter: "Das war deine letzte Prüfung. Selbstverständlich kommen Hunde mit in den Himmel."

Hunde beobachten und studieren ihre Menschen genauestens. Das ist - sagen die Hindus - weil Hunde im nächsten Leben als Menschen wiedergeboren werden und sie wollen genau wissen, wie man sich als Mensch zu verhalten hat.

Und zu guter Letzt aus meiner eigenen Erfahrung: Oft nehmen Hunde die Krankheiten oder das Leid des Menschen auf, den sie lieben.
Sie ziehen Flüche oder Leid ab, auch wenn sie selber daran sterben müssen.

Wolf-Dieter Storl

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